Baum des Jahres 2020
Die Robinie (Robinia pseudoacacia)

Krone der Robinie

Die Robinie (Robinia pseudoacacia)
(Foto: Johann Seidl/LWF)

Im Jahr 2020 wurde ein „Einwanderer“ aus Nordamerika zum Baum des Jahres gewählt. Die Robinie - von vielen auch als Akazie bezeichnet - ist ein seltener Baum in unseren Wäldern. Ursprünglich kommt die Robinie aus den östlichen USA bis Mexiko. Vor allem im Bereich der Apalachen ist die Robinie beheimatet. Es gibt etwa 10 – 20 verschiedene Arten, von strauchförmigem Wuchs bis zu Bäumen.

Die Robinie gehört zur Familie der Schmetterlingsblütler (Fabaceae), wie Goldregen oder Ginster. Sie ist in der Ordnung der Hülsenfrüchtler (Leguminosae) eingeordnet, also entfernt mit Lupine und Erbse verwandt.

Aussehen und Wachstum

  • Robinien bevorzugen mäßig trockene bis frische nährstoffreiche lockere Kies- oder Lehmböden. Ebenfalls besiedelt werden Schotter und reine Sande. Die Robinie meidet nasse und stark lehmig-tonige Böden.
  • Die Borke der Robinie ist längsrissig, graubraun und tief gefurcht.
  • Ihre Knospen sind unter Blattnarben verborgen und von zwei spitzigen Dornen geschützt.
  • Die Blätter sind etwa 20 – 30 cm lang, unpaarig gefiedert mit dünnen elliptischen Blättchen. Das Laub ist sehr nährstoffreich und führt zu einer Verbesserung des Standortes.
  • Robinien blühen ab dem 6. Lebensjahr. Sie haben weiße, hängende Blütentrauben mit 15-20 Einzelblüten. Die Blüte ist eine hervorragende, sehr ergiebige Insektenweide.
  • Die Früchte sind ca. 5-11 cm lange, schotenartige Hülsen in der die Samen enthalten sind. Die Hülsen bleiben nach der Reife bis zu einem Jahr am Baum.
  • Die Robinie erreicht Wuchshöhen bis etwa 30 m.
  • Robinien sind Halblicht bis Lichtbaumarten. Sie ertragen in der Jugend Schatten.
  • Das Wurzelsystem ist anfänglich ein Pfahl-, später ein Senkerwurzelsystem das im Optimalfall zwischen 2 und 7m tief wurzelt. Aufgrund der Symbiose mit Knöllchenbakterien ist die Robinie in der Lage Sauerstoff aus der Luft aufzunehmen und dem Boden zuzuführen.

Holz und Holzverwendung

Die Robinie hat ein ringporiges Holz mit schmalem Splint und gelbgrünem bis olivenfarbenem Kern. Das Holz der Robinie ist sehr haltbar und wird oftmals im Außenbereich verwendet als Pfähle, Zaunlatten oder Eisenbahnschwellen. Im Möbelbau findet das Holz oftmals Verwendung als Gartenmöbel.

Gefährdungen

Verbiss durch Wildtiere oder Weidetiere vertragen Robinien nicht sonderlich gut. Längere Trockenperioden überstehen Robinien. Schäden durch Umweltimmissionen sind derzeit nicht bekannt. Gefahr besteht vor allem durch Frost.

Waldbauliches Vorgehen

Robinien werden als 1/0 Pflanzen gesetzt. Aufgrund ihres sehr guten Jugendwachstums erreichen Robinien in den ersten Jahren durchaus Höhenzuwächse von bis zu 1 Meter jährlich. Nach der Pflanzung sollten die Robinien auf etwa 20 cm Größe eingekürzt werden. Um die Qualität zu erhöhen kann es sinnvoll sein, bei den jungen Robinien einen Zwieselschnitt zu machen.

In der Jugendphase sind frühe gezielte Eingriffe zur Förderung der Bestandesbesten wichtig. Es wird eine Z-Baum-Zahl von ca. 120-150 Bäumen pro Hektar angestrebt.
Robinien kulminieren mit ihrem Höhen und Dickenwachstum bereits früh, etwa im Alter 40 – 50 Jahre. Ab etwa 80 Jahren setzt häufig ein natürlicher Prozess der Wurzelfäulnis ein.
Ziel sollte deshalb sein, die Robinie im Alter 70-80 Jahre mit einem BHD von etwa 50 cm zu ernten.

Robinien verjüngen sich sehr freudig. Ihre Früchte werden von Wind und Vögeln verbreitet. Sie verbreitet sich aber auch sehr gerne über Wurzelausläufer mit Hilfe der Wurzelbrut.
Robinien sollten nie in größeren Beständen begründet werden. Optimal ist eine kleinflächige Beimischung oder als Waldrandgestaltung.

Sonstiges

Robinien zählen zum Edellaubholz. Gemeinsamkeit aller Edellaubhölzer ist ihre sehr gute Streuzersetzung. Somit tragen diese Bäume zu einer Bodenverbesserung bei.
Aufgrund ihrer hohen Toleranz gegenüber Trockenheit und Hitze wird der Robinie im Klimawandel eine größere Rolle zuteilwerden. Die Rinde der Robinie ist für Pferde giftig.

Die Robinie - im Blick

Ausladender Baum, am Stamm ein Marterl mit Blumenschmuck

Marterl an der Robinie
(Foto: Johann Seidl/LWF)

Rinde der Robinie

Rinde der Robinie

Stamm-Querschnitt der Robinie

Stamm Querschnitt der Robinie

Robinienblüten

Robinienblüten
(Foto: Klaus Körber, LWG)

Dornenzweig der Robinie

Dornenzweig der Robinie